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Galerie Szaal

Gunter Damisch

Steyr 1958 – 2016, Wien
Gunter Damisch studierte zunächst einige Semester lang Medizin, Germanistik und Geschichte. Erst der Besuch der Sommerakademie bei Claus Pack motivierte ihn dazu, zur Akademie der bildenden Künste zu wechseln, wo er von 1978 bis 1983 die Meisterklasse bei Maximilian Melcher und Arnulf Rainer absolvierte.

In den 1980er-Jahren zählte Gunter Damisch zu den erfolgreichen, international beachteten „Neuen Wilden” wie u.a. auch Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Hubert Scheibl und Hubert Schmalix. Gemeinsam mit Herbert Brandl und anderen zählte Damisch zu einer Gruppe junger Künstler, die eine Weiterentwicklung der figurativen Malerei anstrebte und als Nachfolgegeneration der „Neuen Wilden“ gesehen werden kann.

Für Damisch waren die Zeichnung und die Techniken der Druckgrafik von zentraler Bedeutung. Im Jahr 1992 übernahm er eine Gastprofessur an der Wiener Akademie (Meisterklasse für Grafik), seit 1998 war er dort ordentlicher Professor.
„Im Wachsen und Wandel menschlicher Vorstellungswelten liegt das Netzwerk der Zeichen, das Geflecht der Linien eine zentrale Spur menschlichen Bewusstseins. Grundsätzliche Möglichkeiten des Schöpferischen haben im Strich, in der Zeichnung ihren Ausgangspunkt. Von dort führen die Entwicklungslinien in alle Bereiche menschlichen Gestaltens. Gleichzeitig ist die Konzentration auf diese grundsätzliche Arbeit und ihre Umsetzung in Druck- und Vervielfältigungsprozessen ein Spezifikum innerhalb der bildenden Künste. Dieser lange gewachsene und in Bewegung befindliche Bereich des Grafischen ist Lebensbereich einer individuellen, versponnenen, dem Faden der Erzählungen und den Furchen der Strukturen folgenden und diese fortspinnenden künstlerischen Haltung. Diesen spezifischen Erscheinungsformen der grafischen Künste und der Entwicklung individueller Künstlerpersönlichkeiten wird in einer offenen und persönlichen Arbeitsbeziehung Rechnung getragen. Im Werkstattcharakter der Ausbildungsstätte sowie im individuellen Verfolgen der spezifischen Möglichkeiten des Grafischen öffnet sich ein Weg zu eigenständigen künstlerischen Positionen.“

In seinen farbkräftigen Ölgemälden entwickelte Damisch einen speziellen Mikro- und Makrokosmos, in dem je nach Perspektive und Werkphase Mikroben und Wimperntierchen ebenso zu entdecken sind wie von „Stehern“ bevölkerte Planeten.

Neben Gemälden und Druckgrafiken schuf Damisch auch Fotografien und Skulpturen sowie größere Metallarbeiten, die aufgrund ihres Ausdrucks als „eigenwillig besiedelten Objekte“ für den Kunstliebhaber sofort als „Damisch“ erkennbar sind.

Seit den 1980er Jahren war Gunter Damisch in zahlreichen nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen präsent. „Seine Arbeiten bestechen durch eine lyrisch-erzählerische Beschaffenheit – Relikte einer Gegenständlichkeit –, die sich am explizitesten in den Titeln wiederfindet. Wie so häufig im Werk von Gunter Damisch weisen sie eine hohe, lautmalerische Qualität und ein sprachliches Feingefühl auf, das die malerische Ausdruckskraft und das zeichnerische Entwurfsvermögen des Künstlers in Sprache übersetzt“, schreibt Angela Stief in ihrem Buch über Gunter Damisch.

Damisch erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Otto-Mauer-Preis (1985), den Max-Weiler-Preis (1985), den Karl-Rössing-Preis (1991), den Preis der Stadt Wien (1995), den Anton-Faistauer-Preis des Landes Salzburg (1996), den Oberösterreichischen Landeskulturpreis für Grafik (1998) sowie im Jahr 2011 den Kulturpreis des Landes Niederösterreich.

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