geboren 1969 Bruneck (Südtirol)

Der Künstler studierte zunächst in Gröden, anschließend von 1993 bis 1997 in Wien und an der HDK Berlin und erhielt sein Abschlussdiplom im Jahr 2000 mit einer Arbeit über informelle Malerei an der „Accademia di Belle Arti di Bologna“. Von 2001 bis 2006 unterrichtete er am Kunstlyzeum des Humanistischen Gymnasiums in Bruneck. Heute arbeitet Zingerle als freischaffender Künstler in Percha (in der Provinz Bozen) und Venedig. Das Œuvre des Südtirolers ist breit gefächert. Sein Schaffen reicht von Malerei, Glaskunst, Graffiti, Plastik, Skulptur, Land-Art-Installationen, Kunst am Bau, Konzept- und Medienkunst bis hin zu Kunst im Zusammenhang mit sozialen Projekten.

Im Jahr 2008 schuf Zingerle in Zusammenhang mit der Manifesta 7 das wohl größte Land-Art Projekt des Alpenlandes, „Gold Target“. Hierbei handelt es sich um die Wiedergewinnung eines alten Bahnpfeilers der k.u.k. Eisenbahn, die durch das Pustertal führte und wichtige Kapitel der europäischen Geschichte begleitete. Nach der Einweihung einer neuen Bahntrasse im Jahr 1975 war der Stützpfeiler zu einem unnützen Monolith aus Granit geworden. Wolfgang Zingerle jedoch verwandelte ihn in ein goldenes Idol und erfüllte damit eine der vitalsten Aufgaben der Kunst, nämlich die Vergangenheit vom Geröll zu befreien und mit neuer Bedeutung zu erfüllen.

Die jüngsten Ergebnisse seiner schöpferischen Tätigkeit sind Glasskulpturen, die unter dem Titel „Neptuns unsichtbare Kinder“ im Herbst 2011 erstmals in Venedig präsentiert wurden. Zingerles Gemälde wiederum lassen uns zukünftige oder auch versunkene Lebensräume erspüren. Die Landschaften manifestieren sich nicht konkret auf der Leinwand, doch der Betrachter erahnt sie, sie werden ihm durch Ströme von Farben, die an Wasserfälle erinnern, oder durch eine Linie, die er als Horizont interpretiert, suggeriert.


Zingerle Wolfgang
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien