geboren 1952 Graz

Hubert Schmalix, heuer vom Kunstforum Wien mit einer umfangreichen Ausstellung gewürdigt, ist einer der profiliertesten österreichischen Maler der Gegenwart. Als Protagonist der „Neuen Wilden“ schob er die Forderung der Avantgardisten, dass gute Kunst nur dann gut ist, wenn sie zunächst nicht verständlich ist, beiseite. Damit gewann er eine Freiheit, die in neue Formulierungen des traditionellen Genres Malerei mündete; eine Wiederauferstehung, die schlagartig auch international honoriert wurde. Ingried Brugger

Schon 1979 war der junge Künstler mit seinen Werken auf der zukunftsorientierten Ausstellung „Europa 79 – Kunst der 80er Jahre“ in Stuttgart vertreten, und im Jahr 1983 lud ihn die Tate Gallery London ein, seine Arbeiten in der bedeutenden Gesamtschau aktueller Kunst „New Art“ zu präsentieren. Mit Siegfried Anzinger, Hubert Scheibl, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl und Gunter Damisch bildete Hubert Schmalix zu Beginn der 1980er Jahre eine neue österreichische Malereiszene, die sich bewusst von der Vorgängergeneration absetzte und auf Distanz zum Wiener Aktionismus und zur Selbstdestruktion ging. Die Revolution war schon ausgefochten, nun konnte wieder gemalt werden: subjektiv, unbekümmert und lebensbejahend.

Im Jahr 1984 reiste der junge Künstler auf die Philippinen, dann nach Amerika und übersiedelte 1987 nach Los Angeles. Auch wenn Schmalix seitdem in den Vereinigten Staaten lebt und arbeitet – und zudem an der University of California unterrichtet – ist doch seine Verbindung zu Österreich erhalten geblieben. So lehrte er ab 1986 an der Hochschule für angewandte Kunst und wurde 1997 zum Professor an der Wiener Akademie der bildenden Künste berufen.

In seinem Schaffen wandte sich Hubert Schmalix bereits Mitte der 1980er Jahre von der „heftigen“ Malerei mit ihrem emotionalen, expressiven Gestus ab und begann jene bildliche Syntax auszubauen, die sein umfangreiches Œuvre bis heute charakterisiert. Der Malvorgang ist nun konstruktiv-konzentriert, das Bildgefüge klar und durchdacht, der Farbauftrag ebenmäßig. Der Künstler arbeitet bewusst mit Rückgriffen auf die Kunstgeschichte, allerdings „atmen Schmalix´ Bilder eine frische Klassizität, so widerspruchsvoll diese Formulierung sein mag“. (Wilfried Skreiner)

Sein Interesse gilt der Beschäftigung mit der gegenständlichen Welt und dem menschlichen Abbild. Als primäres Aktmodell findet seine von den Philippinen stammende Frau Fresnaida Eingang in seine Malerei. Sie wird jedoch von porträthaften Zügen und persönlicher Expression befreit und in ein Bekenntnis des Künstlers zur Poesie des nackten Körpers auf der Bildfläche transformiert.

Im großformatigen Gemälde „Little Cathedral IV“ fügt Hubert Schmalix zwei Bildsujets zu einer koloristischen Komposition zusammen: eine grazile weibliche, in einer formalen Insel schwebende Figur und die transparente Schwerelosigkeit eines Glasfensters. Es entsteht ein Changieren zwischen abstrahierter menschlicher Körperlichkeit und ornamentaler Fläche, das die Malerei an sich über den inhaltlichen Zusammenhang stellt und so dem Betrachter neue Imaginationsräume eröffnet. Schmalix´ „Ölgemälde sind wie Muster einer chaotischen Welt, die von jedem Einzelnen immer aufs Neue bewältigt werden muss. Schönheit ist kein Tabu in diesem feingemalten Kunstuniversum, Ornament kein Verbrechen und Fläche nicht oberflächlich, sondern ein Über- und Nebeneinander von Formen und Farben.“ (Andrea Schurian)

Zu den rezentesten Werken des Künstlers zählt das Landschaftsbild „Mill by Moonlight“. Inspiriert von Bildern des 19. Jahrhunderts, transferiert Schmalix die Idylle eines „Wohlfühl-Ausblicks“ in die zweidimensionale Realität der Malerei, verzichtet auf Naturtreue und Tiefe zugunsten von bewusst artifizieller Wirkung. Die Farbgebung stilisiert das Gemälde einerseits zum poppigen Image, andererseits lässt es an Werke des Jugendstils denken. Der Künstler beweist also Mut zum Dekorativen, interessiert sich allerdings für die abstrakte Erzählung von Schönheit, losgelöst von Narration und Inhalt. Auch hier versteht er die Bildfläche als Arrangement von Farbflächen, ist seine Malerei strukturiert – eben authentisch: Schmalix!

Standing on Both Legs
aus der Serie "Casa Tesoro"
Gouache auf Karton
signiert und datiert 2013
51 x 38 cm

Autumn Light
aus der Serie "Casa Tesoro"
Gouache auf Karton
signiert und datiert (20)13
51 x 38 xm

Mill by Moonlight
Öl auf Leinwand
verso signiert, bezeichnet und datiert (20)15
175 x 130 cm

Little Cathedral
Öl auf Leinwand
verso signiert und datiert (20)14
ausgestellt im
Kunstforum Wien 2015
175 x 130 cm

 

 


Scheibl Hubert
Scheidl Roman
Schmalix Hubert
Schwertberger De Es
Soshana
Stark Karl
Staudacher Hans
Suppin Lucas
Szaal Adrian
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien