geboren 1927 Wien

Der Kunstmarkt der vergangenen Jahre war von einem steigenden Interesse an Werken zeitgenössischer österreichischer Maler geprägt. Vor allem die Spanne zwischen Moderne und Postmoderne hat Potential, sodass die Preise sich konstant und nachhaltig entwickeln. Eine jener Künstlerinnen, die die Aufmerksamkeit von Sammlern und Museumsexperten gleichermaßen auf sich zieht, ist Soshana. Die unter dem bürgerlichen Namen Susanne Schueller in Wien geborene Malerin musste 1938 ihre Heimat verlassen. Tief geprägt von dieser frühen Entwurzelung, entwickelte sich die Künstlerin zu einer Weltenreisenden und Kosmopolitin und verbrachte ihr Leben an den neuralgischen Schnittpunkten der modernen Kunstszene. Ab 1953 arbeitete sie im ehemaligen Atelier von Paul Gauguin in Paris und knüpfte Freundschaften zu Jean Paul Sartre, Alberto Giacometti und Pablo Picasso. Die Malerin verfügte zusätzlich zu ihrem schöpferischen Impetus über die Gabe, wichtige Persönlichkeiten aus den verschiedensten Lebensbereichen – sei es Politik, Kultur oder Philosophie – kennen zu lernen, darunter den damaligen indischen Präsidenten und Philosophen Sarvepalli Radhakrishnan, aber auch Albert Schweitzer oder Ronald S. Lauder. Der daraus resultierende rege Gedankenaustausch fand Eingang in ihr einzigartiges Œuvre, das uns von der andauernden Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmtheit erzählt. In ihrem Leben stillte Soshana diese Bedürfnisse durch eine schier unermüdliche Reisetätigkeit. Ihr Weg führte sie nach London und Jerusalem, ihr Interesse an fremden Kulturen in den Nahen und Fernen Osten, nach Nord- und Südamerika, nach Afrika und in die Südsee. Von der Vielfalt dieser Kulturen und deren Inspirationen legen ihre Gemälde beredtes Zeugnis ab. Ende der 50er Jahre pflegte sie intensiven Kontakt zur nordischen Cobra-Gruppe und beschäftigte sich mit japanischer Kalligraphie. Bereits 1952 hatte Soshana Marc Chagall in Saint-Paul de Vence besucht und war hier mit der Kunst des Informel in Berührung gekommen, das eine grundlegend neue Leistung der Nachkriegskunst ist und noch bis in die heutige Zeit wirkt. Angeregt durch die emotionale, spontane und gestische Malweise der informellen Künstler, entwickelte Soshana Gemälde, in denen sie einzelne, wie Schriftzeichen gesetzte Objekte mit unbegrenzten Bildräumen kontrastiert.

 

 


Scheibl Hubert
Scheidl Roman
Schmalix Hubert
Schwertberger De Es
Soshana
Stark Karl
Staudacher Hans
Suppin Lucas
Szaal Adrian
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien