geboren 1923 St. Urban

„Kunst ist nicht Geschäft, sondern Freiheit der Seele, Freiheit des Raumes, Freiheit des Geistes – und es ist sehr wichtig, dass wir uns das erhalten“, so ein Zitat von Hans Staudacher, dessen Leitmotiv sowohl als Person als auch als Maler die Großzügigkeit ist. Im schöpferischen Prozess lässt er seinen Gedanken freien Lauf, sodass sie sich auf der Leinwand mit impulsiver Geste und in großzügiger Pinselführung niederschlagen. Staudacher ist Autodidakt und begann 1948 seine internationale Ausstellungstätigkeit. Der in Villach aufgewachsene Maler lebt und arbeitet seit 1950 in Wien. Zwischen 1954 und 1962 hielt er sich mehrmals längere Zeit in Paris auf und ist Begründer und Hauptvertreter des österreichischen Informel. Seine abstrakten Gemälde sind in einer expressiven, gestischen Malweise ausgeführt; kalligraphische Schriftzeichen, Symbole, Notizen, aber auch Kartons und Papiere bindet er collagenartig ein. Er ist Mitglied der Wiener Secession, des Forums Stadtpark in Graz und des Kunstvereins für Kärnten. Wichtige Arbeiten zeigte er bereits 1953 in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz, 1956 in der Wiener Secession, bei der Biennale in Venedig sowie im Stendeljik Museum in Amsterdam. Von den 1950er Jahren bis zur Jahrtausendwende folgten Ausstellungen u. a. in München, Paris, Köln, London, Maastricht, Boston, New York und São Paulo. 1965 wurde der Künstler anlässlich der Biennale in Tokio mit dem Hauptpreis ausgezeichnet und 1976 mit der Verleihung des Titels „Professor“ geehrt. Hans Staudacher gilt seit der Nachkriegszeit als einer der wichtigsten österreichischen Vertreter der gestischen Malerei. In seinen Arbeiten verbindet sich das lyrische Informel mit dem Abstrakten Expressionismus zu einer einzigartigen, sehr persönlichen Handschrift, die in Österreich keine Parallelen besitzt und deren Ruf über die Grenzen des Landes hinaus hochgehalten wird. In Staudachers Œuvre werden bürgerliche, subjektivierende und individuelle Freiheiten zum Bild und erheben zugleich Anspruch auf Allgemeinheit. Diesen Widerspruch finden wir in jedem Werk des Künstlers, ebenso wie jenen, dass Leichtfertigkeit und Verspieltheit um äußersten Ernst ringen. Dabei ist die Verbindung von Malerei und Poesie wesentliches Merkmal seines Schaffens.


Scheibl Hubert
Scheidl Roman
Schmalix Hubert
Schwertberger De Es
Soshana
Staneva Mimi
Stark Karl
Staudacher Hans
Suppin Lucas
Szaal Adrian
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien