Pressburg 1904 – 2005 Altlengbach

Der Bildhauer Edmund Reitter war im österreichischen Kunstgeschehen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Persönlichkeit. Davon zeugen nicht nur wiederholte Teilnahmen an nationalen und internationalen Bewerben und Ausstellungen, sondern auch zahlreiche Aufträge staatlicher Stellen sowie Arbeiten für in- und ausländische Sammler. Reitters Wurzeln fußen in der Tradition von Pressburger Bildhauern, deren bedeutendste Vertreter Viktor Tilgner, Jan Fadrusz und Alois Riegele untrennbar mit der Bildhauerkunst der österreichisch-ungarischen Monarchie des 19. Jahrhunderts verbunden sind. Riegele machte Reitter mit den Grundanforderungen und Basiskenntnissen dieser Kunstrichtung vertraut. Mit dem Besuch der Technischen Hochschule in Pressburg (Abteilung für bildende Kunst) erweiterte der junge Bildhauer seine Kenntnisse, und anschließend vervollständigte er seine Ausbildung an den Akademien in München und Wien. In Wien machte Reitter die Bekanntschaft Fritz Wotrubas, der von den Qualitäten seines jungen Kollegen so überzeugt war, dass er ihm ein Meisteratelier zur Verfügung stellte. Wotruba, die Leitfigur einer ganzen Generation von Bildhauern nach dem Krieg, hinterließ in der Folge auch im Werk Reitters seine Spuren, bei dem von Anfang an der Mensch im Zentrum des Interesses stand. Einen großen und stilistisch vielfältigen Teil seines Œuvres bildet der weibliche Akt. Dabei setzte sich der Bildhauer intensiv mit Kunstrichtungen und -entwicklungen des 20. Jahrhunderts auseinander und fand unter dem Einfluss expressionistischer und kubistischer Strömungen zunehmend zu einer Abstrahierung der Form.


Reitter Edmund
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien