Heribert Mader

Sonderausstellung zum 80. Geburtstag

Ein von uns seit vielen Jahren überaus geschätzter Künstler, dessen kreative Prozesse wir als Galeristen begleiten dürfen, feiert heuer seinen 80. Geburtstag: Heribert Mader. Aus diesem Anlass präsentieren wir in den Prunkräumen des Palais Ferstel eine ebenso umfang- wie abwechslungsreiche Ausstellung mit 15 Ölgemälden und Aquarellen als Würdigung dieses bedeutenden österreichischen Malers und seines eindrucksvollen Schaffens.

Heribert Mader absolvierte sein Studium von 1955 bis 1960 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Albert Paris Gütersloh und Herbert Boeckl. Heute befinden sich seine Werke u.a. im Wiener Leopold Museum, der Albertina, dem N.Ö. sowie dem O.Ö. Landesmuseum, dem Stadtmuseum Bruneck und dem Salzburg Museum. Mader reflektiert in seinen Bildern die Wahrnehmung von Realität. Er befreit die Farbe zu voller Selbständigkeit und treibt die Auflösung der Form bis an die Grenzen einer atmosphärisch flimmernden Malerei. Dabei liegt der Reiz seiner Bildwelt im Spannungsfeld von Beschreibung des Sichtbaren und der Imaginationskraft, welche den optischen Befund in die künstlerische Vorstellung überführt. Mader zeigt in seinen Städtebildern seine Vision des städtischen Lebensraums als ein Modell, in dem Architektur und Licht als Hauptakteure auftreten. Dabei reflektiert er die Eindrücke des Gesehenen in charakteristischem Kolorit von Blau-, Gelb- und Rottönen. Sein Œuvre verbindet Präzision und Wirklichkeitstreue der Vedute mit der Verwandlung dieser Wirklichkeit durch Licht und Farbe. Das eigentliche Thema von Maders Stadt-Interpretationen ist also die Verwandlung des Greifbaren, die Verzauberung des Kosmos Stadt, die „Entrückung“ der Wirklichkeit: kurz, die Entmaterialisierung der Welt, ihre Vergeistigung.

In seinen Venedig-Bildern findet Heribert Mader das ideale Motiv für seine Auffassung der Malerei. Sie beschreiben auf äußerst sensible Weise die Lichträume dieser Stadt, in der das Zusammenspiel von Wasser, Architektur und Atmosphäre eine einmalige Situation hervorbringt. Für Mader stellen hier die Gemälde William Turners einen der wichtigsten Bezugspunkte dar, hat doch Turner erstmals die Realität der Serenissima transzendiert und ihre Mauern und Kanäle in dramatische Ereignisse des Lichts umgegossen. Wie Turner sieht auch Mader in Venedig nicht das pittoreske Motiv, sondern das vom Licht getränkte Wasser und die flirrende Unschärfe der Stadt. Gemälde wie „San Giorgio Maggiore“ machen Mader zum „legitimen Nachfahren der großen Maler, die Venedig im kollektiven Gedächtnis der Menschheit verewigt haben: Und zwar als Stimmung und Empfindung, als Erinnerung und Hoffnung, als Erfahrung des Geistes.“ (Klaus Albrecht Schröder)


Mader Heribert
Maderthaner Franziska
Makarová Saša
Missura-Gámenczy Margit
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien