Josef Bramer besuchte nach der graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien die Akademie der bildenden Künste. Als Absolvent der Meisterklasse Rudolf Hausners erhielt er 1971 den Meisterschulpreis. Seit dieser Zeit wurde sein Schaffen in zahlreichen Ausstellungen u.a. in den Kunstmetropolen Wien, Paris und Amsterdam sowie durch eine Reihe von Ehrungen und die Verleihung des Berufstitels „Professor“ gewürdigt. Künstlerisch nutzt Bramer vor allem die bildnerische Auseinandersetzung mit seiner Familie als unerschöpfliche Inspirationsquelle, und so führen Kinderzeichnungen als Vorstufe oft zu sorgfältig komponierten Ölgemälden. Das Familienbild wurde dem Künstler zu einem wichtigen Anliegen, ebenso wie stilisierte Selbstporträts, in denen er sich wiederholt als kraushaarigen Kaspar im meist rot-grünen Streifengewand mit weißer Halskrause darstellt. Dieser Kaspar, den Bramer vielfach in den Mittelpunkt seiner Gemälde rückt, steht ganz in der Tradition des Hofnarren der Fürstenhöfe. Wie einst der Hofnarr seinem Fürsten, so hält der Kaspar dem Betrachter einen Spiegel vor, hat er den Vorzug, auch unangenehme Tatsachen beim Namen nennen zu dürfen. Dieser „Kunstgriff“ gibt Bramer die Möglichkeit, seine Ideen, Gedanken und Reflexionen über die Welt, seinen persönlichen Blick auf die Wahrheit auf subtile Art zu vermitteln.

Meist malt der Künstler mehrere Bilder parallel, eine Notwendigkeit, die aus seinem aufwendigen Malstil und den damit verbundenen langen Trocknungszeiten resultiert. Wichtig ist ihm dabei, dass seine Werke unverwechselbar sind und einen Zeitbezug haben, dass er dem Betrachter mit ihnen Themen und Botschaften vermitteln kann, die sein Leben bestimmen. Bramers Arbeiten sind kunsthistorisch keiner Strömung zuzuordnen, sie sind weder dem Zeitgeist, noch der Mode unterworfen.


Bramer Josef
Brandner Georg
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien