Wien 1861 – 1945 Wien

Organisator vieler wegweisender Ausstellungen, Mitbegründer der Secession, künstlerischer Leiter der Galerie Miethke sowie Förderer junger Künstler: Carl Molls Beitrag zur österreichischen Kunstgeschichte war, über seine Leistungen als Maler und Graphiker hinaus, gewaltig und vielfältig. Moll war ein unermüdlicher Fürsprecher der modernen Kunst, ausgestattet mit einem offenen Blick für das Neue, ohne dabei jedoch die Errungenschaften der Vergangenheit aus den Augen zu verlieren. Seine eigene künstlerische Entwicklung spiegelt exakt diese Haltung wider. 
Nach Privatunterricht bei Carl Haunold und drei Semestern Studium an der Akademie bei Christian Griepenkerl wurde Moll, 20-jährig, Schüler von Emil Jakob Schindler. Molls Malstil lässt sich in drei Perioden gliedern. Der ersten, von Schindler geprägten Phase, folgte die Periode des kultivierten Secessionismus. Nach dem Ausscheiden Molls aus der Galerie Miethke änderte sich seine Malweise neuerlich von Grund auf. Zum einen verschwanden Motive wie Interieurs und die Umgebung seines von Josef Hoffmann errichteten Hauses auf der Hohen Warte aus seinem Themenkreis. An ihre Stelle traten infolge der zunehmenden Reisetätigkeit des Künstlers Italien, die Provence, Schlesien, Ungarn, Bad Gastein und der Semmering. Zum anderen sind die Werke aus der dritten großen Schaffensperiode Carl Molls mit breitem Pinsel angelegt und wirken bewegter und expressiver. Zunehmend trat die Farbe Grün in den Vordergrund, und die Einbeziehung des Malgrundes nahm mit fortschreitender Entwicklung zu. Im Winter bereiste das Ehepaar Moll gerne die Riviera. Bevorzugtes Ziel war die italienisch-ligurische Küste, und hier vor allem Rapallo. Das vorliegende Gemälde, das anlässlich eines Aufenthalts in den Wintermonaten 1928/29 entstand, ist ein eindrucksvolles Zeugnis der dauerhaften Schaffenskraft Carl Molls. Der Künstler war hier bestrebt, eine Bildphysiognomie von kontemplativer Ruhe zu schaffen. Um dies zu erreichen, verwendete er das in der Secessionszeit aufgenommene Quadratformat, also das mathematische Prinzip der Ausgewogenheit, und verband dieses mit einer bewussten Konzentration der Farben auf leuchtende Grün- und helle Erdtöne.


Mahlknecht Edmund
Moll Carl
Moser Koloman
Moser Richard
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien