Ein Hauptwerk stellt die "Wendelsteinkirche" am markanten Wendelstein dar, der mit einer Höhe von 1838 m aus den Voralpen herausragt. Die romantische Wendelsteinkirche, erbaut als die höchstgelegene Bergkirche Deutschlands, wird heute noch gerne von Verliebten genutzt, um den Bund der Ehe zu schließen. Bei dieser Darstellung gilt.
Kaufmanns Interesse weniger der Zeichnung oder der strengen Architektonik einer Bildkomposition, als vielmehr dem dichten Farbgeflecht, aus dem heraus er das Bild entwickelt. Denn gerade in diesen Jahren verringert er seine Farbpalette, um sich bei aller Prägnanz der Charakterisierung den hohen koloristischen Abstraktionsgrad bewusst zu machen: zu den warmen Tönen Gelb, Braun und Grün kontrastiert die in kalten Tönen gehaltene Berglandschaft im Hintergrund aus Blau und Weiß. Bei dieser Ansicht der Wendelsteinkirche überzeugt die Malerei selbst: das leichte, fließende Führen des Pinsels und die auf einen dominanten Tonwert gestimmte, innerhalb desselben jedoch an Valeurs überaus reichhaltigen Palette.
Kaufmann versteht sich zeit seines Lebens als Teil des malerisch-expressiven Traditionalismus, und so sind in seinen Werken, ähnlich wie bei Cezanne, die abstrahierenden Tendenzen stets vom Willen zur Beibehaltung klar umrissener Formen begrenzt. Als Wilhelm Kaufmann 1975 im hohen Alter von beinahe 80 Jahren stirbt, geht auch die Tradition expressiver Malerei in Österreich zu Ende.

   

Kaspar Paul
Kaufmann Adolf
Kaufmann Wilhelm
Koko Demeter
Kokoschka Oskar
Kriehuber Josef
Kubin Alfred
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien