Wien 1845 – 1918 Wien

Tina Blau zählt längst zu den namhaftesten österreichischen Malerinnen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie gehört – wie Emil Jakob Schindler, Carl Moll, Theodor von Hörmann, Hugo Darnaut, Marie Egner und Olga Wisinger-Florian – dem Stil des Poetischen Realismus an und verdankt ihren Ruhm ihren unverwechselbaren und ausdrucksstarken Gemälden. Tina Blau ging es stets um das dauerhafte Festhalten ihrer Sicht der Dinge, um die Festschreibung von Erkenntnis, die im Rahmen ihrer künstlerischen Arbeit stattgefunden hat und die die unmittelbare Wirkung des gewählten Landschaftsausschnittes auf die Seele des Betrachters ausmacht.

Als Frau vom Akademie-Studium ausgeschlossen, jedoch von ihrem kunstsinnigen Vater großzügig unterstützt, nahm Tina Blau anfänglich privaten Zeichenunterricht bei Antal Hanely. Sie setzte ihre Ausbildung beim Wiener Landschaftsmaler August Schaeffer und beim Porträtisten Josef Aigner fort und zog schließlich nach München, wo sie sich in der Malschule des Historienmalers Wilhelm Lindenschmidt einschrieb. Dort wurde sie nicht nur mit dem ausgeprägten Kolorismus der Münchener Schule konfrontiert, sondern lernte auch die stimmungsvollen Werke der Schule von Barbizon kennen. 1875 kehrte Tina Blau nach Wien zurück und bezog ein gemeinsames Atelier mit Emil Jakob Schindler, der sie auf ihrer ersten Hollandreise begleitete. Weitere Reisen führten die Malerin nach Ungarn, Italien, Norddeutschland und Dänemark sowie 1883 nach Frankreich. Im Dezember desselben Jahres heiratete sie den Münchner Tier- und Schlachtenmaler Heinrich Lang und verlegte ihren Wohnsitz neuerlich an die Isar-Metropole. Sie nahm regelmäßig an internationalen Großausstellungen teil, so etwa an den Weltausstellungen in Paris (1889) und Chicago (1892). Von 1889 bis 1894 unterrichtete Tina Blau-Lang an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins.

Nach dem Tod ihres Gatten unternahm sie Reisen nach Holland und Italien und kehrte schließlich, nach zehnjähriger Abwesenheit, nach Wien zurück, wo sie unweit der Prater-Rotunde in einem ehemaligen Pavillon der Wiener Weltausstellung ihr Atelier einrichtete. Zusammen mit Olga Prager, Rosa Mayreder und Karl Federn gründete sie 1897 die Wiener Kunstschule für Frauen und Mädchen, an der sie von 1898 bis 1915 lehrte, sodass heute nicht nur ihre herausragende Qualität als Malerin, sondern auch ihr Engagement für die Gleichberechtigung der Frau vor dem Hintergrund einer diskriminierenden Epoche sehr geschätzt wird.


Ballabene Rudolf Raimund
Barbarini Emil
Bayer Julius
Blau Tina
Brunner Ferdinand
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien