Mödling 1840 – 1883 Wien

Julius Bayer, der seit 1869 Mitglied des Wiener Künstlerhauses war, schuf Gemälde die bereits zu Lebzeiten des Künstlers hoch geschätzt waren, vor allem aufgrund ihrer malerischen Qualität, die bis heute alle Modeströmungen und -Ismen der Kunst überdauerte.

Die Landschaftsmalerei als eigenständige Kunstgattung existiert erst seit dem 16. Jahrhundert und erhält im 17. zunächst eine spezifisch holländische Ausprägung. Dieses Vorbild bleibt auch für die deutsche und österreichische Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts prägend. Eine weitere Quelle ist Italien mit seiner landschaftlichen Schönheit, die bei den reisenden Künstlern nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Die heimische Landschaft wird von vielen erst im nächsten Schritt, wie eine unerwartete Offenbarung sozusagen, entdeckt. Eine dritte Inspirationsquelle stellt Skandinavien und hier vor allem die Akademie von Kopenhagen dar, an der beispielsweise Caspar David Friedrich studiert. Das Maß aller Dinge in der Landschaftsmalerei ist aber in herausragender Weise – und besonders ab dem 19. Jahrhundert – Frankreich, das die Entwicklung entscheidend vorantreibt und den internationalen Standard setzt. So ist die Schule von Barbizon vorbildlich für Naturalismus und Realismus. In der europäischen Landschaftsmalerei des beginnenden 19. Jahrhunderts herrschte ein betont klassizistisch ausgerichteter Formenkanon vor. Daraus entwickelte sich allmählich jene
akademische Formelhaftigkeit, gegen welche die romantische – und allen voran die französische – Jugend zu rebellieren begann. Die junge Malergeneration setzte es sich zum Ziel, sich wieder direkt am Naturvorbild zu orientieren. Ab diesem Zeitpunkt bestimmten Farb- und Lichtwerte die Komposition, wobei man aber in Österreich selten so weit ging wie in Frankreich, wo sich zu-gleich auch das zeichnerische Gerüst auflöste.

Die Gemälde von Julius Bayer machen deutlich, wie intensiv sich die österreichische Landschaftsmalerei jener Zeit mit der Ausstrahlung und Stimmung eines Ortes auseinandersetzte, jedoch in formaler Hinsicht weiterhin technische Präzision und klassischen Bildaufbau in den Vordergrund stellt.

 


Ballabene Rudolf Raimund
Barbarini Emil
Bayer Julius
Blau Tina
Brunner Ferdinand
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien